Wir sprechen oft von Ländern, Grenzen und Nationen, als wären sie die natürlichste Ordnung der Welt.
Dabei sind viele dieser Grenzen jünger, als wir denken. Linien auf Karten, gezogen von Menschen, die über Land, Macht und Besitz entschieden haben. Königreiche, Imperien, Diktaturen und Staaten kamen und gingen – die Menschen blieben.
Und trotzdem denken wir noch immer so oft in „wir“ und „die anderen“.
Als wäre das Leben hinter einer Grenze grundsätzlich weniger wert. Als müsste die Herkunft eines Menschen darüber entscheiden, wie viel Solidarität, Sicherheit oder Würde ihm zusteht.
Dabei haben wir viel mehr gemeinsam, als uns trennt.
Wir kennen Freude und Trauer. Wir brauchen Nähe, Sicherheit und Menschen, auf die wir uns verlassen können. Wir wollen geliebt werden, gesehen werden und ein gutes Leben führen.
Kein Mensch hat sich seine Herkunft ausgesucht.
Und kein Mensch sollte deshalb weniger dazugehören.
Vielleicht sollten wir wieder stärker verstehen, was Gemeinschaft eigentlich bedeutet.
Nicht, dass alle gleich denken.
Nicht, dass alle dieselben Grenzen teilen.
Sondern dass wir füreinander einstehen, auch wenn wir verschieden sind.
Denn die großen Herausforderungen unserer Zeit machen vor keiner Landesgrenze Halt. Klimawandel, Kriege, Armut, Flucht, Ungleichheit – all das betrifft uns als Menschen, lange bevor es uns als Bürger eines bestimmten Landes betrifft.
Wir werden diese Probleme nicht gegeneinander lösen.
Wir werden sie nur gemeinsam lösen.
Vielleicht ist es an der Zeit, weniger darauf zu schauen, welche Linien uns voneinander trennen, und mehr darauf, was uns miteinander verbindet.
Denn am Ende sind Grenzen nur Linien auf einer Karte.
Die Menschen, die auf beiden Seiten leben, bleiben Menschen.
„Wir sind nicht stark, weil wir voneinander getrennt sind. Wir sind stark, wenn wir füreinander einstehen.“
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