Es gibt Tage, an denen man selbst nicht genau weiß, was eigentlich gerade mit einem passiert.
Eben noch fühlt sich alles leicht an. Man ist zufrieden, vielleicht sogar voller Zuversicht. Und wenig später reicht ein Gedanke, ein Satz oder eine Erinnerung, und plötzlich sieht alles wieder ganz anders aus.
Hoffnung und Zweifel wechseln sich ab. Nähe fühlt sich richtig an, Abstand plötzlich auch. Man freut sich über etwas und fragt sich im nächsten Moment, ob man sich überhaupt darüber freuen sollte.
Gefühle halten sich selten an einen geraden Kurs.
Vielleicht erwarten wir trotzdem oft von uns, genau zu wissen, was wir fühlen, wohin wir wollen und was richtig ist. Dabei darf es auch einmal widersprüchlich sein. Man kann jemanden vermissen und trotzdem Abstand brauchen. Man kann glücklich sein und gleichzeitig etwas vermissen. Man kann sich auf morgen freuen und trotzdem Angst davor haben.
Nicht jede innere Bewegung muss sofort verstanden werden.
Manchmal ist das Leben einfach eine Weile unruhig. Und vielleicht geht es dann weniger darum, die Kontrolle über jede einzelne Welle zu gewinnen, sondern darum, sich nicht von jeder neuen Bewegung mitreißen zu lassen.
Irgendwann wird das Wasser wieder ruhiger.
Nicht unbedingt, weil alle Fragen beantwortet sind. Sondern weil man gelernt hat, mit ihnen zu leben.
„Nicht jedes Gefühl muss einen klaren Kurs haben – manchmal reicht es, nicht den Halt zu verlieren.“






