Wir betrachten die Welt aus unserer eigenen Geschichte heraus.
Was für uns selbstverständlich erscheint, kann für jemand anderen eine völlig andere Bedeutung haben. Was wir als kleines Problem empfinden, kann für einen anderen Menschen existenziell sein. Und was uns selbst verletzt oder belastet, kann von außen vielleicht ganz anders aussehen.
Trotzdem urteilen wir oft schnell.
Wir sehen einen Menschen, eine Entscheidung oder eine Situation – und glauben, die Geschichte dahinter bereits zu kennen.
Dabei kennen wir meistens nur einen kleinen Ausschnitt.
Verständnis bedeutet nicht, jede Meinung zu teilen. Es bedeutet auch nicht, jedes Verhalten zu entschuldigen.
Es bedeutet, sich die Mühe zu machen, genauer hinzusehen.
Zu fragen, bevor man urteilt.
Zuzuhören, bevor man antwortet.
Und anzuerkennen, dass auch die eigene Perspektive Grenzen hat.
Gerade in einer Zeit, in der wir uns immer leichter in unsere eigenen Informationsblasen zurückziehen können, brauchen wir mehr Bereitschaft, andere Sichtweisen auszuhalten.
Nicht jede Sichtweise ist deshalb richtig.
Aber jeder Mensch verdient es, gehört zu werden.
Vielleicht wäre unsere Gesellschaft ein wenig menschlicher, wenn wir nicht immer zuerst fragen würden, wer Recht hat.
Sondern manchmal:
Was sehe ich gerade nicht?
„Verständnis bedeutet nicht, die Welt mit den Augen des anderen zu sehen – sondern zu akzeptieren, dass es mehr als eine Perspektive gibt.“
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